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 ”The Heart of Fire” 05
 

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Seither waren ein wenig mehr als drei Monate vergangen und Jayson grinste von einem Ohr zum anderen, als er dabei half, die großen Salatschüsseln und den Chilitopf zusammen mit den großen Wannen mit eingelegtem Fleisch in den großen Pickup von Boss zu laden. Denn heute wurde in der Station groß gefeiert, da Boss Jays Mama einen Antrag gemacht hatte. Inzwischen war der ältere Chief auch zu ihnen gezogen, da er zuvor nur in einer kleinen Wohnung gewohnt hatte - und sowohl Camila wie auch Jayson darauf bestanden. Denn der junge Drache freute sich mehr als nur für seine Adoptivmutter, da sie sichtbar glücklich mit Boss war - und dieser mit ihr. Und da Jay inzwischen sehr oft bei JD auf der anderen Straßenseite schlief, hatten die beiden Frischverlobten auch genug Zeit für sich, so daß ihre Gefühle sich noch vertiefen konnten. So wie auch jetzt, als Jay wieder ins Haus ging und mit einem mehr als nur zärtlichen Lächeln dabei zusah, wie die beiden sich küßten und alles um sich herum vergaßen. Also blieb er leise und schlich schon fast in die Küche, um seinem eigenen Schatz einen Kuß zu geben und eine der Fleischwannen abzunehmen. "Sie sind so glücklich ... ich kann mich fast nicht daran sattsehen, JD."

„Ja, geht mir auch so. Daß Boss eine Frau findet, die er auch heiraten möchte, hatte bisher noch keiner erwartet. Alle Damen der Stadt haben ihr Glück bei ihm versucht ... aber ich denke, deine Mutter war einfach genau das, was zu seinem Herz paßt ... so wie du zu meinem.“ wisperte JD, küßte Jayson kurz und hob dann eine weitere kleine Wanne hoch, um sie nach draußen zu tragen.

Jay nickte nur heftig und grinste weiter, hielt seinem Schatz die Haustüre auf und ging dann vor, um erst seine Fleischwanne und dann die JD's in den Wagen zu stellen und die Heckklappe zu schließen. Nun brauchten sie nur noch auf die beiden Frischverlobten zu warten und der Schwarzhaarige nutzte die Gelegenheit, um JD wieder in seine Arme zu ziehen und sanft zu küssen. Am Liebsten würde er ihm ebenfalls einen Antrag machen - doch Jay wußte, daß es noch zu früh war und so kostete er einfach die Nähe des Blonden aus, während sie warteten

JD wußte inzwischen, daß Jayson gern berührte und zärtlich war, und er genoß es doch immer wieder. Auch jetzt tat er es und als Boss und Camila herauskamen, bekamen sie von ihr ein sanftes Lächeln.  „Entschuldigt, daß ihr warten mußtet.“

"Das macht doch nichts, Mama - wir haben inzwischen alles in den Wagen gepackt und können gleich losfahren, ja ? Und du genießt es einfach, Mama ..." Boss schmunzelte, als er die beiden jungen Männer betrachtete und zog Camila noch einmal in einen kurzen Kuß, ehe er ihr die Beifahrertüre öffnete und sie anlächelte. "Dann steig mal ein, mein Schatz - die Mägen der beiden sind nicht zu überhören, und die Anderen freuen sich sicherlich schon auf deine herrlichen Salate, das Chili und das Fleisch, das seit Gestern in deiner unvergleichlichen Marinade zieht." Als sie eingestiegen war, schloß Boss die Türe und stieg ebenfalls ein, wartete auf die Jungs und fuhr dann los, da auch er schon einen gewaltigen Hunger hatte. Es war schön, eine eigene Familie zu haben - und es zeigte sich auch daran, daß der etwas ältere Chief nun viel öfters lächelte als früher. Jay hingegen freute sich sehr für die beiden und neigte kurz den Kopf zu JD, um mit der Schläfe über dessen zu schmusen, ehe er sich wieder löste, als sie nach kurzer Zeit ankamen und parkten.

Als sie ausstiegen um auszuladen, kamen gleich einige von den Anderen und halfen dabei, denn auch sie freuten sich für ihren Chief und natürlich auch für die Mutter von Jayson. Camila wurde auch gleich von den anderen Frauen in Empfang und in Beschlag genommen, denn sie freuten sich, das Boss soweit war, sich mit ihr zu verloben. Schon deswegen war das große Barbecue und keiner konnte sich vorstellen, wie es dann bei der Hochzeit sein würde. Derweil brachten alle das Fleisch zu dem Grill, an dem Boss schon stand, und auch zu dem Ofen. Er war nicht nur bei der Arbeit der Chief - er war auch hier der Chief und alle mochten die Art, wie er die Rippchen, Hühnchen und sonstiges grillte. Selbst Mais und anderes Gemüse stand immer auf seiner Liste.

Auch Jay half mit und lachte mit den Anderen, ehe er für JD und sich eine Flasche Wasser holte und sie ihm brachte. Jetzt im Hochsommer war immer Bereitschaft, so daß es auch heute Abend kein Bier gab ... aber es war auch nicht nötig, da alle Männer der Truppe auch ohne Alkohol mit ihren Familien Spaß haben konnten und auch wußten, wie wichtig es war, jederzeit ausrücken zu können. "Das ist so schön, JD - alle freuen sich für die beiden und mögen sich so sehr. Mama und ich kannten das früher gar nicht ... aber ich bin froh, daß es hier überall so herzlich ist." Jay und JD lehnten wieder einmal an der Wand der Garage, wie schon an dem Abend, an dem sie das erste Mal Sex hatten ... doch diesmal waren sie sehr nahe zusammen und Jay grollte wieder leise, als er sich näherneigte und dem Blonden einen sanften Kuß auf die Wange gab.

Ein Kuß, der JD zum Lächeln brachte und er drehte sein Gesicht, damit sich ihre Lippen berührten. Alle wußten schon, daß auch sie ein Paar waren, und daher machte der Blondschopf es auch öffentlich und genoß es. Als sich seine Lippen lösten, grinste er sacht und berührte den knurrenden Bauch von Jayson. „Mal kucken, ob wir schon ein Hühnchen abstauben können. Du hast so viel Hunger wie ich, und was verdrücken wäre nicht schlecht.“

"Mmmhmmm ... Fleisch. Du kannst Gedanken lesen, mein Herz - perfekt." Dann lachte Jayson leise und löste sich, zog den Blonden zu dem riesigen Tisch mit den Salaten und den schon fertigen Würstchen und Steaks, gab ihm einen Teller und nahm sich selbst einen, um nun reichlich Fleisch und auch Salat daraufzutun. Wie immer, hatte Jay gewaltigen Hunger und setzte sich dann mit JD an einen der Tische, stellte die Wasserflasche, die er bisher unter den Arm geklemmt hatte auf den Tisch und wünsche ihm noch einen guten Appetit. Mittlerweile waren es auch die Anderen gewöhnt, daß Jay für drei aß ... denn er besaß keinerlei Fett und sie alle nahmen an, daß er es in das Training steckte da Niemand wußte, daß er auch eine zweite Natur zu versorgen hatte und deshalb so viel brauchte.

JD wußte, daß es nicht bei der einen Portion bleiben würde, denn Jay brauchte meist noch zwei weitere Portionen. Aber das kannten sie alle inzwischen und schoben es auf die innere Hitze, die er ausstrahlte. Für sie war es der Energieverbrauch, und er mußte durch gutes Essen wieder aufgefüllt werden. JD sah ihm irgendwie auch gern dabei zu, denn dessen Genuß war sehr schön anzusehen.

Natürlich ließ es sich der junge Drache nicht nehmen, auch für JD noch etwas von den Steaks mitzunehmen ... es lag in seiner Natur, für seine Lieben zu sorgen und da er seine Mama jetzt in guten Händen wußte, kümmerte er sich vermehrt um seinen eigenen Liebsten. Nach einer Weile holte er ihnen auch noch Kuchen und etwas von der heißen Schokolade, die für alle gemacht worden war und lächelte, als er sah, wie JD den Kuchen genoß ... denn auch für ihn war es schön zu sehen, wie es dem Blonden schmeckte, so daß er manchmal sein eigenes Essen vergaß. Dann war jedoch plötzlich das Telefon in der Station zu hören und Jay horchte auf, als er die aufgeregte Stimme Sammys hörte, der diesen Abend Telefondienst schob. Keine Minute später lief der junge Rothaarige heraus und sofort zum Chief - und dieser fluchte leise, als er die Notizen durchlas. "Okay, Jungs - zusammenpacken, es gibt einen Notfall ! Vor drei Stunden gab es einen kleinen Waldbrand westlich von hier, der sich ausgebreitet hat - und nun werden alle Spezialtruppen im Umkreis zusammengezogen, da drei Städte in Gefahr sind ! Sammy, du bleibst hier und weiter am Telefon und gibst mir Bescheid, wenn noch etwas ist ... und du hilfst hier beim Aufräumen !" Sammy nickte nur und lief dann wieder nach innen, um bei den Vorbereitungen zu helfen, während Jay nur nickte und dann mit JD nach innen zu ihren Spinden lief.

Camila seufzte leise, aber sie wußte, daß so etwas hätte passieren können, und jetzt war der Job wichtiger als die kleine Feier. Sie sprach Boss nur kurz an und küßte ihn sacht. „Ich warte auf euch ... paßt gut auf euch auf. Wir Familien machen hier alles wieder sauber.“ Dann schubste sie ihn an, denn sie wollte ihren Verlobten nicht aufhalten.

Boss nickte nur und koste ihr noch sanft über die Wange, ehe er die Schürze auf die Seite legte und ebenfalls in die Station lief. Wie erwartet, zogen sich alle schon die Monturen an und auch er schlüpfte mit geübter Schnelligkeit hinein, vergewisserte sich noch, daß Sammy am Telefon war und daß sie alle ihre Handys dabeihatten, ehe er sie alle raus- und zu den Einsatzwägen scheuchte. Die Fahrt würde etwa zwei Stunden dauern, da sie die Geschwindigkeit übertreten und die Einsatzbeleuchtung benutzen durften ... die lokale Polizei wußte schon Bescheid und als alle eingestiegen waren, gab Boss den Befehl und sie fuhren los.

 

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Trotz der Einsatzbeleuchtung brauchten sie mehr als drei Stunden, bis sie endlich ankamen ... denn die Anwohner der drei Städte flohen blindlings und versperrten viele der Straßen, so daß sie nur schwerlich durchkamen. Doch schließlich waren sie da und Jay verengte die Augen, als er in der hereinbrechenden Morgendämmerung schon von weitem die Feuer in den Hügeln sah. "Verdammt, JD - das sieht mies aus. Noch ist es weiter weg, aber mit dem Wind und diesen ausgetrockneten Kiefern- und Wacholderwäldern ist das eine Zeitbombe." Boss hörte die leise Stimme des Goldäugigen und verengte selbst kurz die Augen, ehe er nickte und kurz knurrte. "Der Junge hat recht, Nash - das wird mies und dreckig. Komm, gehen wir zum Einsatzleiter ... ihr bleibt hier Jungs, bis ich weitere Befehle habe." Mit den Worten stieg Boss aus und sobald Nash bei ihm war, ging er zu dem Zelt an der Seite, in dem sich auch schon die anderen Chiefs der Spezialtruppen einfanden.

Dort kam die Hauptbesprechung und die Chiefs bekamen auch Bilder von einen Satellit, damit gesehen werden konnte, wie weit das Feuer war und auch die Winddaten, weil das Großfeuer in eine bestimmte Richtung geweht wurde. Die Teams wurden an bestimmte Punkte eingeteilt und nicht nur wegen der Größe, sondern auch wegen der Erfahrung ... und hier und da wurden mehrere Teams zusammengesetzt. JD war schon gespannt, wo sie hinkamen, denn auch sie hatten schon ein paar Daten auf dem Arbeitshandy und JD seufzte leise, als er es ansah. „Es wird echt heftig, mal sehen, wo wir eingesetzt werden.“

"Ich auch ... und ja, es wird sehr heftig werden. Die Winde sind total unberechenbar und die sachten Schluchten ideal, um das Feuer anzuheizen." Jayson war mehr als nur unruhig, da er die Winde und auch das Feuer spüren konnte ... auch wenn die Flammen noch weit entfernt waren, so brannte das Feuer in den Kiefernwäldern schon jetzt heiß, und all seine Sinne waren in Alarmbereitschaft. Boss hingegen nahm die Befehle an und nickte, ehe er noch kurz mit dem Einsatzleiter besprach wo genau sie hingeschickt wurden, und wie die Route zur Sicherheitszone verlief. Dann ging er mit Nash wieder zu seiner Truppe und informierte sie über ihr Einsatzgebiet, ehe sie nach einer kurzen Toilettenpause mit einem der Hubschrauber hingebracht wurden. Da sie eine kleinere Truppe waren, hatte man sie an einem Randgebiet eingeteilt, um einem eventuellen Übergreifen des Feuers mit einer Schneise vorzubeugen ... doch als sie abgesetzt worden waren und mit der Arbeit begannen, rieselte immer wieder ein kurzer Schauer über den Rücken Jaysons, so daß er schließlich leise zu dem neben ihm arbeitenden JD sprach. "Mir ist nicht wohl, JD ..."

„Geht  mir auch so ... ich glaube, uns allen. Unser Instinkt sagt uns irgendwas und deiner auch, das sieht man dir an.“ JD sah es deutlich - denn sie waren alle etwas anders drauf und Jayson war so, wie sie ihn bisher noch nie gesehen hatten. Sie blieben aber bei der Arbeit und achteten ganz genau darauf, was in der Umgebung passierte, da sie schon einiges erlebt hatten ... und fast alle waren irgendwie für diese Arbeit geboren worden, weil fast alle Vorfahren hatten, die auch schon diese Arbeit ausübten.

Auch Boss war unruhig, da er schon mehr Erfahrung hatte - doch ihn wunderte, daß Jayson immer wieder unruhig auf die Wolken und die angrenzenden Hügel blickte. Er kannte den jungen Mann bisher als mehr als nur ruhig, selbst wenn sie sich ringsrum durch Feuer kämpfen mußten ... und dessen sichtbare Unruhe ließ auch seine Alarmglocken schlagen, auch wenn sie weiterhin leichte Gräben gruben, Unterholz abholzten oder mit kontrolliertem Feuer abbrannten. Dann runzelte Boss allerdings die Stirn, da Jayson plötzlich innehielt, zu den dunkler werdenden Wolken blickte und nach einem kurzen Zögern direkt zu ihm lief. "Chief - wir müssen hier weg, so schnell es geht ! Bitte, Chief ... wir sind hier nicht sicher !" Im ersten Moment wollte Boss es schon als einfache Angst abtun - doch dann runzelte er die Stirn, da Jayson immer wieder zu den Wolken sah und plötzlich fluchte. Keine zwei Sekunden später hörte auch Boss ein leises Donnern und blickte ebenfalls auf die rasch dunkler werdenden Wolken ... und erstarrte, als er sah, wie zwischen ihnen Blitze zuckten. "Verdammt - los, Jungs ! Packt zusammen, wir müssen weg !" Es war eine Bauchentscheidung, doch Boss ging kein Risiko ein ... und packte ebenso wie seine Truppe alles so schnell wie möglich zusammen, ehe er kurz auf die Karte blickte und den Weg zur Sicherheitszone einschlug. Jayson hingegen war zu den Anderen gelaufen und half ihnen, ehe er sie vorließ und das Schlußlicht bildete. Seine Instinkte liefen schier Amok, denn er spürte die Macht des Gewitters und er wußte, daß ein falsch einschlagender Blitz verheerend sein konnte.

Alle waren dicht zusammen und folgten Boss, denn sie vertrauten ihm natürlich voll und ganz. Auch sie wußten gleich, warum sie wegmußten - denn ein Gewitter war gefährlich. Ob es Regen geben würde, oder ob es ein Trockengewitter war, würde sich erst zeigen. Allein die Blitze, die kommen würden, waren das absolute Risiko ... denn sie konnten weiter von den Wolken weg einschlagen.

Und genau das war der Grund, weshalb Jayson so darauf drängte, daß sie aufbrachen. Wie um seine Ahnung zu bestätigen, knackte nach wenigen Minuten das Funkgerät und Boss fluchte lauthals als er hörte, daß sie so schnell wie möglich zur Sicherheitszone evakuieren sollten, da die Gewitter durch die Winde die Richtung geändert hatten und nun geradewegs in ihr Gebiet kamen. Also rief er den Anderen zu, daß sie die Beine in die Hand nehmen sollten und lief selber schneller - denn der Weg, den sie gehen mußten, führte durch ein kleineres Tal, das durch die hohen Seitenwände allerdings wie eine Schlucht wirkte und verheerend sein konnte.

Durch die mußten sie aber durch - denn es war der einzige Weg, den sie jetzt gehen konnten, da sie die Seitenwand nicht hochkonnten und bei einem Gewitter war es im Grunde auch sicherer, als oben zu laufen. Von hier aus konnten sie entfernt die Sicherheitszone sehen - aber es waren noch gut zwei Kilometer, die sie rasch schaffen mußten. Doch dann brachte ein lautes Krachen über der Truppe sie dazu, sich automatisch zu ducken. Ein Blitz war weiter oben eingeschlagen, und die Tiefe hier hatte ihnen quasi das Leben gerettet. Aber sie waren nicht gerettet - ein Blick hinauf ließ JD laut fluchen, denn der Blitz war in die Bäume, die dort noch standen eingeschlagen ... und die fingen sofort Feuer, das durch den Gewitterwind angeheizt wurde. „Laufen !!!“ brüllte er, denn jetzt war es hier wegen dem Feuer gefährlich.

Mehr als nur gefährlich - und als die Anderen losliefen, so schnell sie konnten, blieb Jayson stehen und wandelte seine Augen in die seiner wahren Gestalt, damit er das entstehende Feuer besser sehen konnte. Und es sah nicht gut aus ... sogar verdammt schlecht, denn Jay fühlte sofort, daß der Kamineffekt dieser Schlucht das Feuer ungeahnt anstacheln würde, und die trockenen Kiefern und Wacholderbüsche um sie herum waren reinster Zunder. Ohne weiter zu zögern, drehte Jay sich um und lief schneller, holte die Anderen ein und nickte, als er nicht weit voraus einen großen, überhängenden Felsen weiter vorne in der Schlucht sehen konnte. "Chief !" Boss drehte sich natürlich sofort um und runzelte die Stirn, als Jay bei ihm stehenblieb und ihn festhielt. "Chief - das schaffen wir nicht, die Sicherheitszone ist zu weit weg. Das Feuer wird viel schneller kommen, diese Schlucht ist wie ein Kamin !" Das wußte auch der Ältere und fluchte leise, doch dann runzelte er kurz die Stirn, als Jay weitersprach. "Wir müssen hier unter dem Findling ein großes Loch graben, in das sich alle reinlegen können - und wir müssen die Gummis der Feuerschutzzelte aufschneiden, damit wir sie versetzt übereinander legen können !" Boss überdachte innerhalb weniger Herzschläge diesen Vorschlag ... denn normalerweise schuf man eine kleine Brandschutzzone um sich herum und legte sich unter das Zelt. Aber er erkannte, daß dieses Feuer sehr heiß werden würde, und der Vorschlag des Jungen war ihre einzige Möglichkeit. "Okay - alle Zelte zu mir, damit ich sie aufschneiden kann, und die Anderen graben ! Aber ... Moment mal, was ist mit deinen Augen, Jay ?!" Erst jetzt sah Boss, daß die Augen des Schwarzhaarigen völlig golden waren und die Iris einen leichten Rotton besaß, während die Pupillen längsgeschlitzt wie die einer Schlange waren. Im ersten Moment erschrak Jayson, da er in seiner Angst um die Anderen vergessen hatte, sich wieder zurückzuwandeln - doch dann pfiff er darauf und öffnete seine Montur, zog das Oberteil aus und antwortete dem Chief, während er sich weiter auszog. "Das erkläre ich später, Chief - wir müssen schneller machen, ich kann das Feuer schon spüren ! Ihr müßt alle in das Loch und ich lege die Zelte versetzt und in mehreren Lagen über euch, und fange dann das Feuer so gut es geht ab." Als er endete, zog Jay auch seine Stiefel und seine Hose aus, und legte sie zu dem Rest seiner Sachen - erst dann konzentrierte er sich und formte die dickere, unterschiedlich geschuppte Haut und die Krallen und Fänge seiner Halbform, und als Letztes den langen Schweif und die riesigen, schwarzgoldenen Drachenschwingen.

JD und alle Anderen stockten bei ihren Aufgaben, selbst Boss tat es ... doch es war nur für einige Momente, denn zuerst ging es um ihr Leben. Nur JD brauchte etwas länger, denn er erkannte, daß Jay ein Drache sein mußte. Es waren Schuppen in verschiedene Stärke auf der Haut, und sie waren Gold, Schwarz und zum Teil Rot. Ebenso die riesengroßen Schwingen. Aber JD fing sich auch wieder und grub so schnell er konnte, und auch Jayson grub, während Boss sich um die Feuerschutzzelte kümmerte. Ein Blick hoch zeigte ihm und allen Anderen, daß sie sich jetzt schützen mußten - denn der Wind im Tal nahm zu, und das Feuer würde gleich über sie herstürmen.

Und aus dem Grund hörte Jayson auch auf zu graben und scheuchte die Truppe in das Erdloch unter dem überhängenden Felsen, ehe er auch Boss hineinschob und bei JD einen Moment stockte. Dann lächelte er wehmütig, schob auch ihn in das Erdloch und gab ihm seine eigene Montur und die Ausrüstung, packte die Feuerschutzzelte und breitete sie versetzt auf ihnen allen aus, ehe er noch drei weitere Lagen drüberlegte und die Außenkanten mit Erde beschwerte. "Egal, was ihr auch hört - bleibt unten ! Ich sage Bescheid, wenn es wieder geht." Dann schaufelte er die letzte Erde auf die Brandschutzzelte und kniete sich vor den Felsen, duckte sich darunter und stützte sich ab, breitete seine krallenbewehrten Hautschwingen schützend um den Felsen herum aus und knurrte laut, als das Feuer nun über sie hinwegstürmte.

 

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